Thin-Client-Computing: Kostenvorteile von Linux gegenüber Windows
Linux gilt als kostengünstige Betriebssystem-Plattform, vor allem bedingt durch den Wegfall von Software-Lizenzkosten sowie geringere Hardware-Ausgaben und Ausfallzeiten. Allein die Einsparungen bei Software-Lizenzen überzeugen Unternehmen, von Windows auf Linux umzusteigen.
Mit Hilfe der folgenden Formel können Sie Ihren Kostenvorteil durch den Wechsel zu Linux berechnen. Die von Ihnen angegebene Anzahl der durch Thin-Clients zu ersetzenden PCs und die Anzahl der Server in Ihrem Netzwerk werden in die folgende Formel eingefügt. „X“ steht hierbei für die Anzahl der zu ersetzenden PCs. „Y“ bezeichnet die Anzahl der in Ihrem Unternehmen eingesetzten Server.
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Das Ergebnis gibt Aufschluss darüber, um welchen Betrag sich die Betriebskosten (TCO) verringern, wenn Sie Linux an Stelle der Windows-Plattform verwenden. Sie erhalten auch eine Vorstellung über den möglichen ROI. Die obige Formel setzt sich wie folgt zusammen:
*1Einsparungen durch Linux als Server-Betriebssystem
Die Einsparung für den ersten Server beträgt $ 3.462,– und für alle weiteren Server jeweils $ 500,–. Grundlage für diese Werte sind weitere Kosten, die zusätzlich zur Lizenz für Microsoft Windows Server anfallen: Hinzu kommen Lizenzausgaben für Microsoft Exchange Server, Microsoft SQL Server und Microsoft ISA Server, die sich insgesamt auf $ 3.811,– summieren – im Gegensatz zu lediglich $ 349,– für eine Server-Lizenz von RedHat oder SUSE Linux. Verglichen mit einem Linux-Server entstehen bei einem Windows-Server zusätzliche Lizenzkosten in Höhe von $ 250,–. Dieser Wert wurde jedoch im Rahmen der Formel auf $ 500,– verdoppelt, da bei einer skalierbaren Server-Umgebung, die mehr als nur einen Server umfassen soll, zusätzliche Verwaltungs-Software und ggf. weitere Server-Anwendungen (z. B. E-Mail, SQL, IIS usw.) benötigt werden. Bei Linux hingegen sind diese Komponenten jedoch bereits enthalten. Für einige Server können zudem kostenfreie Linux-Distributionen gewählt werden.
*2Einsparungen bei Microsoft CALs (Client Access Licenses)
Neben der eigentlichen Server-Lizenz ist für jeden Anwender, der auf den Server zugreift, eine Client-Access-Lizenz (CAL) zu erwerben. Die CAL wurde mit $ 165,– pro PC angesetzt. Dieser Wert setzt sich je PC wie folgt zusammen: $ 70,– für eine Windows-Server-CAL plus $ 80,– für eine Exchange-CAL sowie zzgl. $ 15,– für eine SQL-Server-CAL (als Teil einer 10-User-Lizenz für $ 150,–). Bei Einsatz von Linux werden keine CALs benötigt.
*3Einsparungen durch den Einsatz von Linux auf dem Desktop
Die Ersparnis beträgt hier $ 500,–. Dieser Wert berechnet sich wie folgt: Lizenz für Microsoft Office: $ 300,–, plus Windows-Lizenz für $ 100,– sowie zzgl. $ 100,– für weitere Anwendungen wie Antiviren-Software, Patch-Management-Lösungen, PDF-Tools und ähnliche Applikationen. Obwohl die meisten PCs mit einer Windows-Lizenz ausgeliefert werden, entstehen erhebliche Upgrade-Kosten beim Umstieg auf aktualisierte Versionen des Betriebssystems. Aus diesem Grund beträgt der Kostenanteil für das Betriebssystem $ 100,–. Bei Einsatz eines Linux-basierten Terminal-Servers entstehen keine Kosten für Desktop-Lizenzen.
Anmerkungen
Je nach Unternehmen/Organisation gelten unter Umständen andere Parameter für die Formel und angegebenen Werte. Großkunden können möglicherweise noch vorteilhaftere Preise erzielen; für kleinere Unternehmen hingegen sind die in der Tabelle aufgeführten Kosten eventuell zu niedrig angesetzt. Hinzu kommt, dass Unternehmen außerhalb der USA höhere Lizenzgebühren für Microsoft-Produkte entrichten müssen.
Die in der Tabelle gelisteten Preise umfassen keine Software-Versicherung. Wird diese gewählt, steigen die Preise für die Microsoft-Produkte um 20 % pro Jahr. Bei einer kommerziellen Linux-Version hingegen sind im Verkaufspreis kostenfreie Upgrades für ein Jahr enthalten. Über einen Zeitraum von beispielsweise fünf Jahren ergibt sich somit ein bedeutender Preisvorteil.
Für Schulungsmaßnahmen zu OpenOffice, Thunderbird und Firefox müssen zusätzliche Kosten aufgewendet werden. Der tatsächliche finanzielle Aufwand wird von Windows-Befürwortern jedoch oft übertrieben dargestellt. OpenOffice, Firefox und Thunderbird sind ihren Konkurrenzlösungen von Windows sehr ähnlich. Mitarbeiterschulungen von zwei bis drei Tagen wären somit ausreichend. Ein weiterer Vorteil: OpenOffice, Firefox und Thunderbird sind Open-Souce-Lösungen, die Mitarbeiter auch im Home-Office kostenfrei nutzen können.
Schulungsmaßnahmen für Systemadministratoren sind ebenfalls erforderlich. Eine zweiwöchige Intensiv-Schulung zu Linux ist zu empfehlen.
Selbst über die standardmäßigen Server-Anwendungen aus den Bereichen E-Mail, Datenbank und Firewall hinaus lassen sich bedeutende Kosteneinsparungen erzielen. Früher oder später wird in den meisten Unternehmen der Einsatz von CRM- oder Content-Management-Lösungen erforderlich. Auch in diesem Sektor sind für Linux ausgereifte Lösungen verfügbar, entweder kostenfrei oder gegen Zahlung einer geringen Lizenzgebühr. Für Microsoft CRM-Lösungen sind hingegen $ 10.000,– pro Server und $ 7.000,– pro Content-Management-Server zu entrichten. Hinzu kommen noch Wartungs-, Upgrade- und CAL-Kosten.
Bei der erfolgten Analyse wurden die jährlich anfallenden Betriebskosten nicht berücksichtigt.
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